Keynotes

Prof. Dr. Britta Renner

Prof. Dr. Britta Renner

Universität Konstanz

Mehr als Kalorien: Psychologie des Ernährungsverhaltens

Unser alltägliches, „normales“ Ernährungsverhalten ist eine der komplexesten, aber auch faszinierendsten menschlichen Verhaltensweisen. Insbesondere mobile Technologien ermöglichen neue Einblicke in das alltägliche Ernährungsverhalten. In diesem Vortrag wird die große Vielfalt dessen, was wir essen, aber auch die Flexibilität wann, wo und mit wem wir essen, anhand aktueller Studien dargestellt. Die Ergebnisse belegen die hohe Anpassungsfähigkeit und Multifunktionalität des Essverhaltens, die weit über die oft verkürzte „pathologische“ Sichtweise von Ernährung in der Wissenschaft und öffentlichen Diskussion hinausgehen. Darüber hinaus werden neue Perspektiven für Interventionen vorgestellt. Erste Ergebnisse zu Änderungen des Ernährungsverhaltens (und assoziierten Gesundheitsparametern) basierend auf der Anreizstruktur illustrieren das Potenzial einer umfassenderen Perspektive des Ernährungsverhaltens. Abschließend werden die Implikationen anhand übergeordneter Rahmenvorstellungen („Food as Health“ und „Food as Well-being“) und für eine nachhaltigere Ernährung diskutiert.

Chair: Prof. Dr. Christel Salewski

Dienstag, 28.09.2021, 14:30 – 16:00


Prof. Gregory E. Miller

Prof. Dr. Gregory E. Miller

Northwestern University, Chicago, IL, USA

Moving Toward an Understanding of How Childhood Poverty Affects Physical Health Across the Lifespan

Children who are exposed to social and economic adversity in the early years of life show increased susceptibility to chronic diseases of aging, like heart disease, when they reach their 50’s and 60’s. These findings raise challenging but fascinating mechanistic questions: How does early adversity „get under the skin“ in a manner that is sufficiently persistent to affect vulnerability to diseases that arise many decades later? In this lecture I will discuss findings from our ongoing research, which suggest that early adversity gets embedded in cells of the innate immune system at the level of the genome, resulting in a pro-inflammatory tendency that probably contributes to the chronic diseases of aging. I also will discuss ongoing research to identify processes that moderate these effects. These studies reveal powerful buffering effects of nurturant parenting.

Chair: Prof. Dr. Nicolas Rohleder

Mittwoch, 29.09.2021, 17:00 – 18:30


Prof. Dr. Andreas Schwerdtfeger

Prof. Dr. Andreas Schwerdtfeger

Karl-Franzens-Universität Graz

Mehr Bio wagen?
Ein Plädoyer für eine „positive Psychophysiologie“ in der Gesundheitspsychologie

Das Biopsychosoziale Modell als Leitmodell der Gesundheitspsychologie feiert dieses Jahr bereits seinen 44. Geburtstag und befindet sich damit im besten Alter. Obwohl es in der Bevölkerung eine breite Zustimmung zur simultanen Berücksichtigung biologischer, psychologischer und sozialer Antezedenzen und Konsequenzen von Gesundheit und Krankheit gibt, tut sich die Forschung (und Praxis) noch schwer damit, das komplexe mehrdimensionale Zusammenwirken dieser Faktoren für eine bessere Gesundheit zu verstehen. Im Rahmen dieses Vortrags möchte ich mich der Erforschung des Biopsychosozialen Modells aus 4 Perspektiven nähern. Zunächst sollen Wirkpfade zwischen Psyche und Soma beleuchtet und die besondere Bedeutung des Vagusnervs als „biopsychosozialer Nerv“ herausgearbeitet werden. In einem zweiten Schritt wird dann ausgehend von Labor- und Feldstudien dargelegt, wie psychosoziale Phänomene und körperliche Gesundheit miteinander interagieren. Aufbauend auf diesen Befunden werden dann in einem dritten Schritt die Möglichkeiten der Gesundheitserhaltung und -förderung durch psychosoziale Ressourcen erörtert, um schließlich in einem letzten Schritt neue Entwicklungen vorzustellen, wie anhand physiologischer Veränderungen im Alltag vulnerable und resiliente Episoden entdeckt werden können, die dann für eHealth/mHealth-Applikationen nutzbar gemacht werden können.

Chair: Prof. Dr. Silke Schmidt

Donnerstag, 30.09.2021, 11:00 bis 12:30